Der Schwedenmahdschacht -  Aktueller Stand 18.05.2008

Dieser Bericht ersetzt alle vorangegangenen Puplikationen und Beschreibungen des Schwedenmahdschacht auf dieser Seite.

 

Die Forschung im Schwedenmahdschacht wurde eingestellt. Dazu führten mehrere Faktoren wobei ich die wichtigsten hier ansprechen möchte.

 

Die Schwäbische Alb ist übersät mit zahlreichen Schächten, die oft bis in Tiefen von ca. 50 M befahrbar oder aber auch durch eiszeitliche Verfüllphasen verschüttet sind. Diese Schächte befinden sich in einem passiven Zustand, d.h. ihre Hohlraumzunahme ist bereits abgeschlossen und sie werden nicht weiter erweitert. Dies bedeutet, dass das ehemals einströmende Wasser, wodurch sie gebildet worden sind, heute, durch fortschreitende Zerklüftung, nicht mehr bis an den Schachteingang fließen kann und diese sich daher in einem deaktivierten Zustand befinden.

Für die Schächte bedeutete dies, dass durch die Abnahme des Wasserstroms, wobei von einer Übergangsphase von zumindest vielen Jahrtausenden ( evtl. Mil ) ausgegangen werden kann, mit einer großräumigen Sedimentierung der schachtnahen Bereiche zu rechnen ist, offene Höhlengänge sind lediglich nahe fließender Karstgewässer denkbar. Es gibt zwar zahlreiche Schächte die im allgemeinen aussichtsreich aussehen, allerdings führte noch keine Schachtforschung auf der Alb zu einem erhofften Erfolg.

Es wäre zwar denkbar es dennoch zu versuchen um in bisher oft kilometerlange Höhlenpassagen gelangen zu können. Auf dieser Seite wird vorallem der allen durch Hasenmayer befahrene Höhlengang der Falkensteiner Höhle beschrieben. Jedoch gibt es auf der Schwäbischen Alb weitere Forschungsschwerpunkte welche einen weitaus durschlagenderen Erfolg in der deutschen Höhlen und Karstforschung versprechen, diese Ergebnisse werden von den forschenden Vereinen pupliziert und auch durch die lokale Zeitungen der Öffentlichkeit präsentiert.

 

 

Ehemalige Forschungsberichte

Der Schwedenmahdschacht befindet sich im Einzugsgebiet der Falkensteiner Höhle und wird als möglicher Zugang in die hinteren Teile der Falkensteiner angesehen.

Die Kluft am Schachtgrund ist in N/S - Richtung augerichtet und hat in 20 Meter Tiefe eine Länge von etwa 10 Metern. Die Kluftbreite beträgt etwa 1 Meter. Der Boden der Kluft ist vollständig mit schlammartigem Lehm gefüllt.

Pessimisten glauben das der Höhlengang auch außerhalb des Schachtes vollständig mit Lehm verplombt ist,

Optimisten hingegen hoffen darauf bald auf lufterfüllte Bereiche treffen zu können.

 

Das Bild zeigt die widrigen Umstände im Schachtboden des eigentlich völlig uninteressanten Drecklochs, wäre da nicht in nächster Nähe eine der größten Höhlen Deutschlands, welche nur zum Teil erforscht ist und dessen Höhlenende noch von niemandem erreicht werden konnte.

 

 

Forschung im Schwedenmahdschacht wieder aufgenommen

 

Mit der diesjährigen Veröffentlichung des Höhlenplans, bis an den 10. Siphon, wird die Erforschung der Falkensteiner Höhle, über den natürlichen Höhlenverlauf, wohl abgeschlossen werden müssen. Der enorme logistische Aufwand und sehr anstrengende Weg bis zur Hohen Kluft allein, stellt ein kaum überwindbares Hindernis dar. Dazu kommt der selbst von erfahrenen Höhlentauchern als sehr schwierig eingestufte Tiefe Siphon, welcher in bis zu 13 Meter Tiefe führt und schon beim Hineintauchen kaum eine Sicht zulässt. Mit den herausragenden Leistungen von A. Kücha, welcher den Höhlenverlauf bis an den 10. Siphon  (3.987 m) vermessen konnte ist wohl die Grenze der menschlichen Belastbarkeit erreicht. Der Vorstoß durch J. Hasenmayer bis an den Endversturz ist schon fast unvorstellbar.

 

Die vor vielen Jahren aufgenommene Forschung im Schwedenmahdschacht sollte eine weitere Forschung ermöglichen. Der bisher vermessene Höhlenteil im Zusammenhang mit den vorhandenen Dolinen an der Oberfläche ließen den weiteren Verlauf der Höhle vermuten. Leider machten die schlechten Bedingungen im Schacht und ein sehr enger Zustieg die Arbeit auch hier nicht leicht. Weitere, heute bereits erfolgreiche, Forschungsschwerpunkte ließen zudem die Arbeit hier in Vergessenheit geraten.

 

Jetzt haben die Erfolge im Blauhöhlensystem und verbesserte Grabungstechnik neue Motivation geschaffen, auch am Schwedenmahdschacht die Forschungsarbeiten wieder aufzunehmen. Im März wurde die aktuelle Situation begutachtet und das weitere Vorgehen geplant. Der einst tiefste Punkt war, durch die Erweiterung des oberen Bereichs, mit Gestein verschüttet. Die Schachttiefe betrug bei Wiederaufnahme der Grabung 16,98 m.

 

Nach Sondierung des Schachtbodens wurde beschlossen direkt am NW Ende der Kluft am Schachtboden weiterzuarbeiten. Die erste Hoffnung auf baldigen  Erfolg stellte sich ein als ein Bodenstück nach unten wegbrach und die Sicht in einen Spalt nach unten ermöglichte. Nach dem Abtragen der Lehmschicht, stellte sich heraus, dass man auf einen großen Block gestoßen war, der den Weiterweg versperrte. Bei der nächsten Aktion wurde dieser Block mit Spaltkeilen zerlegt und die Ernüchterung war groß als unterhalb des Blocks nur noch weiterer Lehm folgte. Der weiterhin vorhandene Spalt in Richtung Schachtwand wurde verfolgt und schon an dieser 2. Forschung konnte in 19 m Tiefe eine weitere horizontale Fortsetzung der Kluft in NW Richtung festgestellt werden. Derzeit ist ein unverfüllter Deckenbereich von etwa 3 Meter Länge und bis zu ca. 0,5 Meter Höhe einsehbar. Die nächsten Meter in dieser Richtung wären sicherlich leicht zu machen. Jedoch zieht die Kluft in NW Richtung. d.h. auf eine große Doline in Richtung Kesselfinkenloch zu, dafür spricht auch die Bodenlage des Kesselfinkenloch (670 NN), die nur noch knapp unterhalb der bisherigen Grabung auf 672 NN liegt. Die neu entdeckte horizontale Fortsetzung spricht jedenfalls für diesen Zusammenhang. Es wäre zwar schön einen Weg zum Kesselfinkenloch zu finden, aber die Lebenszeit der Forscher ist begrenzt und diese haben eigentlich höhere Ziele.

 

Es handelt sich bei der Kluft am Schachtgrund wohl um den oberen Bereich eines Höhlenteiles welche noch ein weiteres, mit Lehm verfülltes, unteres Stockwerk zu haben scheint. Die Wände der Kluft bewegen sich bei zunehmender Grabungstiefe auseinander ca. 1,5 Meter. Durch die vielversprechende Ausrichtung der Kluft ist von NW nach SO,  wobei das SO Ende in Richtung Falkensteiner Höhle gerichtet ist, hoffen die Forscher jetzt an diesem Ende der Kluft auf ähnlichen Erfolg.

 

Berechnungsversuchen der notwendigen Grabungstiefe unter der Berücksichtigung der Steigung - Falkensteiner Höhle, Höhlenhöhe und Schachttiefe des Schwedenmahdschacht ergaben kein belegbares Ergebnis. Theoretische Berechnungen lagen zwischen 2 und 20 Meter. Diese Zahlen sind auch nicht aussagekräftig und zeigen nur, dass die Mathematik bei der Hohlraumberechnung an ihre Grenzen stößt, angenommen man würde den  5. Siphon nicht kennen, dann könnte man an dieser Stelle auch keine Tiefe von 12 Metern berechnen, obwohl diese vorhanden ist. Höhlen sind willkürlich, unterliegen zwar den Naturgesetzen, lassen sich aber nicht vorhersagen.

 

Die Dolinen an der Oberfläche lassen den Höhlenverlauf jedoch erahnen, zwischen der Hohen Kluft und der Tiefsten Stelle im Schwedenmahdschacht besteht eine Höhendifferenz von ca. 40 Metern. Die momentane, horizontale Differenz zur Falkensteiner Höhle beträgt noch 300 Meter, aber dadurch lässt man sich keineswegs entmutigen. Die zunächst viel wichtiger erscheinende senkrechte Komponente spielt nicht so eine wichtige Rolle wie zunächst angenommen, da bei weiter großer Gangdimension am Schwedenmahdschacht zwangsläufig mit einer Verbindung zur Falki zu rechnen ist, da ein alternativer Wasserlauf nicht möglich scheint, da eine Entwässerung in Nordrichtung nicht vorhanden ist. Erst bei sehr hohem Karstwasserspiegel, findet eine Entwässerung über den Hirschtalbröller (540NN) statt. Wie ein überlaufender Eimer entwässert dann die Albhochfläche auch in nördlicher Richtung. Ob diese Nordentwässerung auch im Bereich des SMS erfolgt ist ohnehin unklar.


Die nächsten Meter werden entscheidend sein. Es sieht jedoch momentan sehr gut aus, die Forschungsteilnehmer sind davon überzeugt, dass sich jederzeit ein Erfolg einstellen kann. Für die weitere Forschung hofft man weitere Interessierte zu finden, wenn z.B. an der Hessenhauhöhle fast schon wieder zu viele Teilnehmer gemeldet sind. Die Forscher am Schwedenmahdschacht sind jedenfalls über jede weitere Hilfe dankbar.

Schwedenmahdschacht -  Stand 17.08.2007

Das Forschungsinteresse am Schwedenmahdschacht wurde zu Jahresbeginn mit großer Überraschung aufgenommen. Man war sich Sicher, dass das Interesse am Schacht schon nach den ersten gefüllten Eimerchen versiegen würde oder spätestens nach dem ein oder anderen Forschungstag schnell wieder abflachen würde.

 

Aber es sollte ganz anders kommen.

 

Die Forschungsbemühungen kamen voll in Gange die Teilnehmerzahl der einzelnen Forschungstagen übertrafen bisher dagewesenes an diesem Schacht.

Das Aushubgewicht lag bei jeder Forschung zwischen 1,2 und 2 Tonnen ! Ohne elektrische Winden, allein durch Muskelkraft. Der Schacht wurde in nur 2 Aktionen um 2 Meter tiefergelegt ! Es ging schnell voran und die Kluft gab sich alle Mühe das Interesse aufrechzuhalten, sie ging auf ! Es konnte in horizontaler Richtung in einen lufterfüllten Raum eingeblickt werden. die Kluftlänge überstieg schnell die 10 Metermarke. Einem schnelles Vorankommen lag nichts im Wege.

 

Die beteiligten Mitglieder der Arge Grabenstetten waren mehr als überrascht, hatten sie doch vor knapp 10 Jahren die Forschungen im Schacht eingestellt. 

Angst davor die Vereinschronik zu ruinieren beschloss man die Forschung am Schacht wieder selbst in die Hand zu nehmen.

 

Ein voller Erfolg !

Unsere Bemühungen waren von bisher unvorstellbarem Erfolg gekrönt !

Die Arge Grabenstetten hat die Forschungsbemühungen im Sommer 2007 nach knapp 10 jährigem Stillstand wieder aufgenommen.

 

Wir hoffen natürlich auf baldigen Erfolg am Schwedenmahdschacht, wir sind gespannt wann ein Zustieg in die Falkensteiner Höhle möglich sein wird, Gerüchten zufolge könnte dies vielleicht bereits vor einem Durchbruch in die Blauhöhle möglich sein.